Wissenswertes · Spirituosen

Rum: Vom „Kill-Devil“ zum Liebling der Cocktailbar

Rum kann vieles: pur auf Eis, im Daiquiri, in der Piña Colada. Kaum eine Spirituose ist so wandelbar. Woher er kommt, wie er entsteht und warum er so viele Fans hat – hier die Kurzfassung.

Ein Schluck Geschichte

Alles beginnt im 17. Jahrhundert auf den Zuckerrohrplantagen der Karibik. Dort entdeckten Sklaven, dass sich Melasse, ein Nebenprodukt der Zuckerherstellung, vergären und destillieren lässt. Das Ergebnis trug einen Namen, der wenig Gutes versprach: „Kill-Devil“. Erst später hieß es Rum.

Ende des 17. Jahrhunderts hatte Rum den französischen Brandy als wichtigste Tauschware im Dreieckshandel zwischen Europa, Afrika und Amerika abgelöst. Heute wird er auf der ganzen Welt hergestellt und steht wie kaum ein anderes Getränk für karibische Lebensfreude.

So entsteht Rum

  1. Rohstoff: Zuckerrohrsaft oder Melasse.
  2. Gärung: Hefe macht aus Zucker Alkohol. Wie lange das dauert, hängt vom gewünschten Geschmack ab.
  3. Destillation: meist in Kupferbrennblasen oder modernen Anlagen.
  4. Reifung: Im Holzfass bekommt Rum Farbe und Aroma. Weißer Rum wird oft gefiltert, damit er klar bleibt.
  5. Feinschliff: Vor dem Abfüllen wird er manchmal verschnitten oder aromatisiert.

Welcher Rum darf's sein?

  • Weißer Rum: klar und leicht, wie gemacht für Daiquiri und Mojito.
  • Goldener Rum: mittlere Reifung, oft mit Noten von Karamell und Vanille.
  • Dunkler Rum: länger gereift, mit Gewürzen, Trockenfrüchten und Holz im Aroma.
  • Spiced Rum: mit Zimt, Muskat oder Vanille aromatisiert.
  • Overproof Rum: richtig hochprozentig und beliebt in Tiki-Cocktails.
  • Rhum Agricole: aus frischem Zuckerrohrsaft, meist intensiver und komplexer.

Warum so viele Rum mögen

Weil er so ziemlich alles mitmacht: pur, auf Eis, im Cocktail oder in der Küche. Weil es ihn von leicht und fruchtig bis kräftig und würzig gibt. Und weil in jeder Flasche ein Stück karibische Geschichte steckt.

Fünf Klassiker mit Rum

  • Mojito: weißer Rum, Limette, Minze, Zucker, Soda
  • Daiquiri: weißer Rum, Limettensaft, Zuckersirup
  • Piña Colada: weißer Rum, Kokoscreme, Ananassaft
  • Mai Tai: dunkler und goldener Rum, Orgeat, Limette, Orangen-Curaçao
  • Rum Punch: Rum, Fruchtsäfte und Gewürze

Gut zu wissen

  • Ganz schön alt: Die älteste erhaltene Urkunde von Mount Gay auf Barbados stammt aus dem Jahr 1703. Damit gilt Mount Gay als älteste kommerzielle Rum-Brennerei der Welt.
  • Der Piraten-Mythos: Piraten erbeuteten eher spanischen Wein und Brandy. Den Rum gab es meist erst wieder an Land, etwa auf Jamaika oder Barbados. Sorry, Hollywood.
  • Rum auf großer Bühne: Ob „Die Schatzinsel“ oder „Fluch der Karibik“ – in Büchern und Filmen hat Rum gern seinen Auftritt.
  • So kam der Grog zu seinem Namen: Admiral Edward Vernon ließ die Rum-Ration der britischen Marine mit Wasser verdünnen. Die Mischung bekam einen eigenen Namen: Grog.

Unser Fazit

Rum ist Geschichte zum Trinken und ein echter Alleskönner hinter der Bar. Am besten probierst du dich einfach durch. Und falls du dabei lieber feierst, statt selbst zu mixen: Dafür gibt es ja uns.